Sonntag, 13. November 2005

Meditationsgruppe zu St.Albert



Wir sind eine offene Gruppe von derzeit
etwa 60 Meditierenden aus Heidelberg
und der Umgebung.

Die Meditation, die wir in unserer Gruppe
ausüben, ist gegenstandsfrei. Wir üben uns
in den spirituellen Wegen der Kontemplation,
des Zen und der Vipassana-Meditation.

Jeder, der in einer dieser Meditationsweisen
eingeübt ist, ist herzlich eingeladen, mit
uns zu meditieren, unabhängig von seiner
Konfessions- oder Religionszugehörigkeit.

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Zuständig für die Meditation:

ALBERT HENNEGRIFF, Pfarrer i.R.
Fahrbachweg 7
69126 Heidelberg
Tel.: 06221 5899649
afhennegriff@t-online.de

So sind wir zu finden

Unser Meditationsraum befindet sich
im Kirchturm der St.Albert-Kirche:

St.Albert
Bergheimer Str. 108
69115 Heidelberg



St.Albert liegt im Stadtteil Bergheim,
an der Kreuzung Bergheimerstraße
und Mittermaierstraße.


Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Straßenbahnhaltestelle 'Betriebshof',
hier halten die Straßenbahnlinien 1, 2, 4
sowie die Buslinien 33 und 35.

Vom Hauptbahnhof aus durch die Mittermaierstraße
in nördlicher Richtung (Fußweg ca. 5 Minuten).

Gegenstandsfreie Meditation

Jeder Mensch ist in seinem Leben vor die Frage gestellt:
Wozu bin ich auf der Welt? Warum lebe ich überhaupt,
wenn ich doch einmal sterben muß?
Wer bin ich eigentlich?

Auch in unserer betriebsamen, erlebnishungrigen Alltagswelt,
in unserer von materialistischem Denken geprägten Zeit,
lassen sich diese Fragen nicht verdrängen.
Viele läßt die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht mehr los.
Die Religionen bieten Antworten an.
Aber ihre Lehren sind einerseits zu rational und kompliziert
und andererseits mit vielen moralischen Vorschriften befrachtet.

Die gegenstandsfreie Meditation ist ein Erfahrungsweg.
Sie bietet dem Suchenden daher keine Konzepte,
nach denen er sich richten soll. Er muß sich selbst auf seine
Wirklichkeit einlassen und sich mit ernster Entschlossenheit
auf den Weg nach innen begeben.

In der Übung wird er angeleitet, sein Bewußtsein von Gedanken
freizuhalten, seine Aufmerksamkeit auf nichts Bestimmtes
zu richten (gegenstandsfrei) und in jedem Atemzug präsent
zu sein.

Die bei uns am meisten bekannten sog. spirituellen Wege,
in denen gegenstandsfreie Meditation geübt wird,
sind Kontemplation (christliche Tradition) und Zen
(buddhistische Tradition).

Kontemplation

Kontemplation ist Stillwerden vor Gott, sich hörend auf ihn
ausrichten, ohne sich über ihn oder über sich selbst Gedanken
zu machen und frei von Vorstellungen und Worten
in jedem Atemzug präsent zu sein.

Zur Sammlung auf den gegenwärtigen Augenblick nimmt man sich
einen Laut oder ein Wort (Gott, Jesus, Schalom, Amen, Liebe, Ja)
still in jedem Atemzug hinein, ohne sich über die Bedeutung
des Wortes Gedanken zu machen.

Der Mensch wird in diese Welt geboren, um sich zu entfalten
und seine Erfüllung im Einswerden mit Gott zu finden.
Tief in uns lebt eine unstillbare Sehnsucht nach dem Göttlichen,
dem unaussprechlichen Geheimnis, durch das alles ist
und das das Wirklichste von allem ist.

Auf dem Weg dahin müssen wir Abschied nehmen
von illusionären Erwartungen und Wünschen,
von ichhaften Bindungen und Verstrickungen;
eine oft schmerzliche Trennung,
die aber letztlich eine Befreiung ist,
die uns dem wahren Selbst näher bringt.

Deshalb ist es gut, diesen Weg gemeinsam zu gehen,
mit gegenseitiger Unterstützung und Begleitung durch solche,
die erfahrener sind.

Dabei können wir uns auf die Erfahrungen und Schriften
großer Mystiker vergangener Zeiten stützen (wie z.B.
Meister Eckehart, Johannes vom Kreuz, Teresa von Avila,
die Mönchsväter aus frühchristlicher Zeit u.a.).

Zen

Zen ist ein spiritueller Weg, der sich aus dem Buddhismus
in Verbindung mit dem chinesischen Taoismus herausgebildet hat.
Er will zu der Einsicht führen, daß alle Dinge, der gesamte Kosmos,
leer sind, d.h., daß nichts in oder aus sich besteht.

Alles ist mit allem verbunden und in stetiger Bewegung.
Deshalb gilt es, alles mit wacher Aufmerksamkeit wahrzunehmen,
aber nichts festzuhalten, an nichts zu haften,
Dinge wie Menschen sein zu lassen, wie sie sind.

Die Wesensnatur, der innerste Kern der Dinge und Wesen,
ist im Ursprung vollkommen und unverletzt.
Konditionierungen, ichhafte Bestrebungen, Gier, Haß und
Unwissenheit verstellen und verfälschen die ursprüngliche Natur.
Durch die Loslösungen von solchen Verfehlungen finden wir
in einem langen und zuweilen schmerzhaften Prozeß
zur wahren Selbsterkenntnis.
Das ist wie ein Heimkommen nach Hause,
ein Ankommen bei sich selbst.

Dieser Weg wird von einem Lehrer/Zenmeister begeleitet,
der die Beauftragung zu lehren von seinem Meister empfangen hat.
Heute gibt es auch Zenlehrerinnen.

Vipassana

'Vipassana' heißt, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind. Mittels der Vipassanameditation schult der Übende seine Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit, um sie dann für eine tiefgreifende Betrachtung und Erforschung der eigenen körperlichen und geistigen Realität einzusetzen. Mittels dieser Übung entwickeln sich schrittweise Einsicht und Gleichmut, wodurch negative Aspekte wie zum Beispiel Verspannung, Ärger, Gier, Angst und Ungeduld nach und nach abgebaut und durch positive Qualitäten wie Ausgeglichenheit, Toleranz, Großzügigkeit und Mitgefühl ersetzt werden.