Sonntag, 13. November 2005

Gegenstandsfreie Meditation

Jeder Mensch ist in seinem Leben vor die Frage gestellt:
Wozu bin ich auf der Welt? Warum lebe ich überhaupt,
wenn ich doch einmal sterben muß?
Wer bin ich eigentlich?

Auch in unserer betriebsamen, erlebnishungrigen Alltagswelt,
in unserer von materialistischem Denken geprägten Zeit,
lassen sich diese Fragen nicht verdrängen.
Viele läßt die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht mehr los.
Die Religionen bieten Antworten an.
Aber ihre Lehren sind einerseits zu rational und kompliziert
und andererseits mit vielen moralischen Vorschriften befrachtet.

Die gegenstandsfreie Meditation ist ein Erfahrungsweg.
Sie bietet dem Suchenden daher keine Konzepte,
nach denen er sich richten soll. Er muß sich selbst auf seine
Wirklichkeit einlassen und sich mit ernster Entschlossenheit
auf den Weg nach innen begeben.

In der Übung wird er angeleitet, sein Bewußtsein von Gedanken
freizuhalten, seine Aufmerksamkeit auf nichts Bestimmtes
zu richten (gegenstandsfrei) und in jedem Atemzug präsent
zu sein.

Die bei uns am meisten bekannten sog. spirituellen Wege,
in denen gegenstandsfreie Meditation geübt wird,
sind Kontemplation (christliche Tradition) und Zen
(buddhistische Tradition).